Zum Projekt
Was ist smart selection?
«smart selection» ist ein Pilotversuch im Kanton Zürich (Aug. 2007 bis Aug. 2008), mit dem Ziel, Optimierungspotentiale für die Lehrlingsselektion zu erarbeiten. Das Projekt wird branchenübergreifend in acht verschiedenen Berufsfeldern durchgeführt. Die Teilnahme der Lehrbetriebe erfolgt freiwillig und ohne jegliche Verpflichtung nach der Projektphase. Zentrales Instrument ist die Online-Bewerbungsplattform www.we-are-ready.ch. Diese ermöglicht den Lehrbetrieben in einer ersten Selektionsphase einen objektiven, unvoreingenommenen und zugleich zeitsparenden Vergleich von anonymisierten Bewerbungsprofilen.
Die teilnehmenden Lehrbetriebe entscheiden selbst, wie weit sie den Selektionsprozess ohne Kenntnis von Name, Herkunft und Geschlecht der Bewerber/innen führen wollen. Im Anschluss an die Bewerbungsverfahren werden die Erfahrungen der Lehrbetriebe und die konkreten Ergebnisse der anonymen Online-Vorselektion ausgewertet.
Online zum passenden Lehrling
Lehrbetriebe, welche im Pilotversuch mitmachen, erklären sich bereit, ihre Lehrstellen oder einen Teil ihrer Lehrstellen mit Lehrbeginn 2008 auf der Bewerbungsplattform www.we-are-ready.ch auszuschreiben. Sie verzichten also in einer ersten Phase auf die üblichen schriftlichen Bewerbungsdossiers in Papier-Form.
Auf der gleichen Plattform hinterlegen Jugendliche auf Lehrstellensuche ihr umfassendes Profil mit gewünschtem Beruf und und gesuchter Region sowie den üblichen Angaben wie schulischer Lebenslauf (Oberstufe), Zeugnisnoten, ausserschulische Tätigkeiten und Weiterbildungen, absolvierte Schnupperlehren und Leistungstests sowie ein Motivationsschreiben für den angestrebten Beruf. Die Jugendlichen haben zusätzlich die Möglichkeit, sich direkt an einen online registrierten Betrieb zu wenden und sich elektronisch und anonym auf eine der ausgeschriebenen Lehrstellen zu bewerben.
Dieser Pool an Bewerber/innen steht den Betrieben für die aktive Suche nach bestimmten Kriterien zur Verfügung. Nicht sichtbar sind persönliche Angaben wie Namen, Nationalität und Muttersprache sowie das Geschlecht. Die Betriebe haben anschliessend die Möglichkeit, ausführliche Bewerbungsdossiers – per Post – anzufordern oder geeignete Bewerber/innen direkt zu Infoveranstaltung, Schnupperlehre oder Vorstellungsgespräch einzuladen. Die Kontaktierung der Lehrstellensuchenden erfolgt bei allen Varianten direkt über die Plattform. Damit kann die Anonymität bis zum direkten Erstkontakt zwischen Lehrbetrieb und Bewerber/innen gewährleistet werden.
Qualität und Fähigkeiten zuerst
Für Jugendliche auf Lehrstellensuche ist entscheidend, ob sie überhaupt die Gelegenheit zum persönlichen Direktkontakt mit einem Lehrbetrieb erhalten. Nur so besteht für sie die Chance, sich selbst als Persönlichkeit zu präsentieren und den Lehrbetrieb von eigenen Qualitäten und Fähigkeiten zu überzeugen.
Ein chancengleicher Zugang für alle Jugendlichen bedeutet: Fähigkeiten und Motivation sind ausschlaggebend – nicht Name, Herkunft oder Geschlecht. Die Hürde für den Zugang zum Lehrbetrieb soll davon abhängen, was die Jugendlichen an objektiven Qualifikationen mitbringen.
Lehrlingsauswahl: gezielt und smart
Die Ausblendung von Eigenschaften wie Name, Herkunft und Geschlecht in der ersten Phase soll den Blick für tatsächlich vorhandene Fähigkeiten und Kompetenzen sowie für die Motivation der Bewerber/innen schärfen. Passen Lehrstelle/Betrieb und Bewerber/in besser zusammen, kann sich das positiv auf Bildungsresultate und Leistung im Lehrbetrieb auswirken. Längerfristig ist zu erwarten, dass ein besseres „Matching“ zu weniger Lehrabbrüchen führt und damit für alle Beteiligten einen nachhaltigen Nutzen darstellt. Zu diesem „Matching“ kann das Pilotprojekt «smart selection» einen wichtigen Beitrag leisten.
